Home Assistant auf einem Mini-PC mit Proxmox: So klappt der Einstieg
Wer mit Home Assistant anfängt, landet fast automatisch beim Raspberry Pi. Das funktioniert, stößt aber schnell an Grenzen: SD-Karten gehen kaputt, der Speicher wird knapp, und für weitere Dienste ist kein Platz. Ein gebrauchter Mini-PC kostet kaum mehr und löst diese Probleme auf einen Schlag.
Warum ein Mini-PC?
Business-Mini-PCs wie Lenovo ThinkCentre Tiny, HP EliteDesk Mini oder Dell OptiPlex Micro gibt es gebraucht oft zwischen 80 und 150 Euro. Sie bieten:
- eine echte SSD statt SD-Karte,
- 8–16 GB RAM, genug für mehrere virtuelle Maschinen,
- einen Stromverbrauch von etwa 6–12 Watt im Leerlauf,
- lautlosen 24/7-Betrieb.
| Raspberry Pi 5 | Gebrauchter Mini-PC | |
|---|---|---|
| Speicher | SD-Karte oder NVMe-Zusatz | SSD integriert |
| RAM | 4–8 GB | 8–32 GB, erweiterbar |
| Weitere Dienste | eingeschränkt | problemlos per VM |
| Preis inkl. Zubehör | ca. 100–130 € | ca. 80–150 € |
Proxmox als Fundament
Statt Home Assistant direkt zu installieren, lohnt sich Proxmox VE als Unterbau. Proxmox ist eine kostenlose Virtualisierungsplattform: Auf einem Gerät laufen mehrere getrennte Systeme nebeneinander.
Ein bewährtes Setup:
- VM 1: Home Assistant OS – die Smart-Home-Zentrale (2 Kerne, 4–6 GB RAM, 32 GB Disk).
- VM 2: Ubuntu mit Docker – für Zusatzdienste wie n8n, Datenbanken oder eigene Skripte.
Der Vorteil: Experimente in der Ubuntu-VM gefährden nie die Haussteuerung. Und jede VM lässt sich einzeln sichern und wiederherstellen.
Installation in groben Schritten
- BIOS vorbereiten: Virtualisierung (VT-x/VT-d) aktivieren, Autostart nach Stromausfall einschalten.
- Proxmox installieren: ISO auf einen USB-Stick schreiben, booten, Installer durchklicken. Danach ist die Weboberfläche unter
https://<IP>:8006erreichbar. - Home Assistant OS importieren: Das offizielle qcow2-Image herunterladen und als Festplatte einer neuen VM einbinden (BIOS: OVMF/UEFI, Maschinentyp q35).
- Feste IP vergeben: Im Router (z. B. FRITZ!Box) für Proxmox und jede VM eine feste IP reservieren.
- Onboarding: Home Assistant im Browser unter
http://<IP>:8123öffnen und den Assistenten durchlaufen.
Backups nicht vergessen
Das Schönste an Proxmox: Komplette VM-Backups laufen automatisch, zum Beispiel jede Nacht um 3 Uhr. Gespeichert wird idealerweise außer Haus, etwa auf einem günstigen Cloud-Speicher, der per SSHFS eingebunden ist. Eine sinnvolle Aufbewahrung sind 7 tägliche und 4 wöchentliche Sicherungen.
Fernzugriff ohne Portfreigabe
Für den Zugriff von unterwegs braucht es keine Portfreigaben am Router. Tailscale baut ein privates VPN auf, das auch hinter Mobilfunk- oder DS-Lite-Anschlüssen funktioniert. Als „Subnet Router“ auf Proxmox macht es das gesamte Heimnetz erreichbar.
Fazit
Ein Mini-PC mit Proxmox ist für kaum mehr Geld deutlich robuster und flexibler als ein Raspberry Pi. Wer Home Assistant ernsthaft nutzen und später Automationen oder KI-Dienste ergänzen will, spart sich mit diesem Setup einen späteren Umzug.